Vöcklabruck im Härteausgleich – das Ergebnis jahrelanger Verantwortungslosigkeit

Nun ist eingetreten, wovor wir seit Jahren gewarnt haben: Vöcklabruck ist zur Härteausgleichsgemeinde geworden. Dass nun ausgerechnet jene Fraktionen jammern und wehklagen, die diese Entwicklung zu verantworten haben, ist an Heuchelei kaum zu überbieten.

 

„Wir haben den Budgets der vergangenen Jahre bewusst nicht zugestimmt, weil wir immer wieder auf die drohende finanzielle Schieflage hingewiesen haben. Jahr für Jahr haben wir konsequent Einsparungen in allen Bereichen gefordert – ausdrücklich auch bei freiwilligen Leistungen wie Integration, OKH oder dem sogenannten Grünen Band. Unsere Warnungen wurden ignoriert, unsere Argumente belächelt und unsere Positionen verächtlich gemacht“, erklärt Fraktionsobmann Roland Pröll-Bachinger.

 

Während SPÖ, ÖVP, NEOS und Grüne das Steuergeld großzügig verteilt haben, soll nun plötzlich bei den Sportvereinen massiv gespart werden. Gleichzeitig bleiben die Bereiche Kultur, Klima und Integration offenbar weiterhin weitgehend tabu. Diese Doppelmoral ist weder sachlich erklärbar noch den Bürgerinnen und Bürgern vermittelbar.

 

Die Liste der Fehlentscheidungen ist lang:

 

Schulcampus: Trotz klarer Warnungen unseres damaligen Vizebürgermeisters und Hochbaureferenten wurde der Schulcampus viel zu klein geplant. Heute steht die Stadt vor teuren Nachbauten – ein klassisches Beispiel kurzsichtiger Planung.

 

OKH: In das OKH sind bereits Millionenbeträge geflossen. Auch bei der aktuellen Fassadensanierung wurden die Kosten erneut überschritten. Als einzige Fraktion haben wir dagegen gestimmt.

 

Stadtplatz: Für den Stadtplatz wurden immer wieder teure Berater, Konzepte und Studien beauftragt. Die sichtbaren Ergebnisse sind – wenn überhaupt vorhanden – minimal und stehen in keinem Verhältnis zu den Kosten.

 

Diese Entwicklung ist kein Zufall, sondern das Resultat jahrzehntelanger Politik. ÖVP und SPÖ tragen – gemeinsam mit wechselnden Mehrheiten anderer Fraktionen – die Hauptverantwortung für die finanzielle Misere unserer Stadt.

 

Verantwortung statt Schuldzuweisungen

 

Dass Bürgermeister Peter Schobesberger nun versucht, die Schuld auf das Land Oberösterreich abzuwälzen, sieht Stadtrat David Binder anders:

 

„Man hätte schon viel früher den Sparstift ansetzen müssen. Ein Blick nach Wels zeigt, dass es auch anders geht. Dort wurde Dr. Andreas Rabl (FPÖ) im Jahr 2015 zum Bürgermeister gewählt. Damals betrug der Schuldenstand pro Kopf rund 1.160 Euro, im Jahr 2025 liegt er bei nur noch 43 Euro pro Kopf. „Hier hat die FPÖ den richtigen Weg eingeschlagen“, so Binder.

 

Jetzt braucht es einen echten Kurswechsel

 

Jetzt braucht es kein Jammern und keine Ausreden mehr, sondern ein radikales Umdenken. Einsparungen müssen ehrlich, konsequent und gerecht erfolgen – auch bei freiwilligen Leistungen der Stadtgemeinde. Wer das verweigert, verschiebt die Probleme weiter auf Kosten der nächsten Generationen.